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Im Stile Fantastico

21. September 21:00

Tobias Koch

Stilus phantasticus oder „…da hat der Takt gar Feierabend“

In Italien um 1600 setzte ein musikalischer Stilwandel von der Renaissance zum Barock ein, der die gesamte europäische Musikgeschichte revolutionieren sollte: der Wandel vom Stile antico, der den Werten der klassischen Vokalpolyphonie verpflichtet war, zum Stile moderno, orientiert am Ideal des Rezitierens. Die Instrumentalmusik erhielt immer größere Selbständigkeit, der Gesang wurde von „metrischen Fesseln“ befreit, das Konzertieren, der Wettstreit zwischen den Musizierenden, wurde zum Stilprinzip.
Die große Freiheit der Musik wird besonders durch den Begriff „Stilus phantasticus“ geprägt, den Autoren wie Caccini als dem Geschrei und Gestikulieren auf dem Marktplatz ähnlich bzw. mit der treffenden Charakterisierung „…da hat der Takt gar Feyerabend“ (Mattheson) kennzeichnen. Späte Ausläufer dieses Stils finden sich in den Toccatenformen des norddeutschen Barock und bei Johann Sebastian Bach. Seinen besonderen Reiz erhält der „freie, phantastische Stil“ in der italienischen Musik durch den Wechsel von strengen, polyphonen Abschnitten und toccatenartigen, ausschweifenden Passagen.

Sponsor: Victoria Versicherungen

Lisa Marie Domnisch, Violine; Martin Schmeding, Blockflöte, Orgel; Tobias Koch, Cembalo
21. September 21:00 - 22:00
Kreuzherrenkirche
Ratingerstr./Ursulinengasse, 40213 Düsseldorf
Telefon:
+49 211 82 82 66 0