Statement der Festivalleitung

Als wir zu Beginn des Frühjahrs die Planung unserer Highlights für das 2020er Festival abschlossen, ahnten wir nicht, was schon bald auf uns, alle Kollegen und Partner zukommen sollte. Auf der Rückfahrt von einer Frankreichreise im Februar blinkten plötzlich auf den zahlreichen Autobahndisplays über der Fahrbahn Warnhinweise zum Corona-Virus auf. Es wirkte bedrohlich und doch schien die Bedrohung noch unwirklich und weit weg. In den Sozialen Medien tobte bereits die Panik, täglich genährt von neuen Berichten des Robert Koch Instituts.

Und dann war sie da, die Pandemie. Der Rest ist Geschichte. Anfänglich wirkte es wie ein Albtraum, man wollte es nicht wahrhaben. Wie eine Glocke, eine Lähmung setzte sich die Gewissheit über uns, dass es dieses Jahr nicht so sein würde, wie sonst. Die kurze Schock-Schreck-Starre wich der schnellen Überzeugung: Wir mussten uns etwas Neues einfallen lassen.

Anrufe bei den europäischen und australischen Künstlern ergaben ein skurriles Bild, Reiseverbote waren verhängt und Arbeitsverbote ausgesprochen. Der gesamte künstlerische Betrieb, mit dem man über Jahre zusammengearbeitet hatte, lag plötzlich am Boden. Agenturen und Organisationen bangten um ihre Existenz, ganze Jahresplanungen wurden über Nacht vernichtet. Gleichzeitig brachen die meisten der bereits angesetzten Verhandlungen mit Sponsoren und Partnern abrupt ab. Man kam nicht mehr ins Gespräch, weil jeder in dieser akuten Situation mit sich selbst beschäftigt war. Und doch gab es auch eine breite Welle derer, die uns spontan ihre Solidarität und Unterstützung signalisierten. Das hat uns ermutigt, über ein Festival der Gemeinschaft, der Solidarität und des Miteinanders nachzudenken. Solidarität mit den Künstlern und unseren freien Mitarbeitern, aber auch die erhoffte Solidarität unseres Publikums und unserer Partner mit uns, dem Festival. Wir wollen die Gemeinschaft mit unserem Publikum wieder feiern mit Bühnenkunst, mit Respekt vor der Pandemie. Hygiene- und Sicherheitskonzepte liegen allen Veranstaltungen in diesem Jahr zu Grunde. Safety first!

Auf dem Burgplatz steht anstelle unseres Theaterzeltes „Das kleine Zelt“ hier singen, spielen, rezitieren und tanzen über 40 freie Künstler aus Düsseldorf und der Region täglich „Face to Face“. Soloauftritte für jeweils einen Gast. Eine intime Berührung mit der Kunst, auf Abstand natürlich und eben doch sehr nah. Direkt daneben beschwören wir die Einheit in unserer Stadt mit dem spektakulären Fotoprojekt des Düsseldorfers Jan Ising „Faces of Düsseldorf“, einer Projektion von zuvor portraitierten Gesichtern von Menschen dieser Stadt auf eine 8m hohe weiße Maske.
Dank der großartigen Kooperation mit D. Live, ziehen wir mit einigen Programmpunkten unseres Zeltprogramms um in die Mitsubishi Electric HALLE. Hier ist viel Platz, um locker zu bestuhlen, viel Raum, um gut zu belüften. Dank dieser Einladung können wir unserem eigenen Konzept gerecht werden. Wir zeigen Neuen Zirkus mit der französischen Kompanie XY, Matthias Brandt & Jens Thomas sind unserer Einladung spontan gefolgt. Es gibt aufregenden Nuevo Flamenco mit Los Aurora und unglaublichen neuen Fado mit Lina & Raül Refree. Die Düsseldorfer Band Kreidler präsentiert ihr neues Album „Flood“ und lädt sich das Duo Egopusher als Gäste ein. Und zum Abschluss produzieren wir mit den Machern der erfolgreichen Show Urbanatix „Tabula Rasa“ eine virtuose Fusion aus Urban Dance und Circus Arts mit herausragenden Künstlern und Artisten aus NRW und Berlin. Auf dem Jürgensplatz zeigt das Theaterkollektiv Pierre.Vers seine neues Stück Aktion:Aktion! in einer Koproduktion mit uns und Freunde der A-capella-Kunst werden in zwei Altstadtkirchen fündig.

Wir sind überglücklich, dass wir all das heute schreiben können. Viele unserer Partner und Sponsoren sind im Boot geblieben, auch angesichts stürmischer Zeiten. Jetzt fehlen nur noch Sie! Unser Publikum. Wir haben alle Vorkehrungen getroffen dieses Festival sicher zu machen. Wir setzen die Covid 19-Richtlinien des Landes NRW konsequent um. Unser Partner D.LIVE hat ein Sicherheitskonzept in Absprache mit den Ordnungs- und Gesundheitsbehörden erarbeitet. Herzlich Willkommen in diesem besonderen Jahr!